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In Luxemburg hat der Orchesterverein Hilgen bei einem Wettbewerb den zweiten Platz belegt.
Hilgen. Auch wenn es am Ende „nur“ der zweite Platz war – von einem Sensationssieg des Orchestervereins Hilgen beim Wettbewerb in Luxemburg zu sprechen, ist durchaus gerechtfertigt. Das sieht auch Martin Mudlaff so, Vorsitzender des Vereins: „Das war schon große Klasse – wir sind absolut zufrieden.“
Angetreten waren die 73 Musiker am Sonntag beim internationalen Wettbewerb „Fédération nationale de musique du Luxembourg“. In der dortigen Philharmonie spielten sie gegen fünf weitere Orchester und mussten sich am Ende nur der favorisierten Koninklijke Harmonie van Thorn geschlagen geben, mit gerade einmal 0,33 Punkten.
Der OVH selbst erreichte insgesamt 96,5 von 100 Punkten. „Unser Wahlprogramm erhielt mit 98 von 100 Punkten sogar die höchstvergebene Wertung des Wettbewerbs“, sagt Martin Mudlaff.
Das Pflichtstück hatten die Musiker zunächst unterschätzt
Am Ende war es also das Pflichtstück, das die Hilgener den Sieg gekostet hat. Schon im Vorfeld musste Mudlaff zugeben, dass man dieses Stück zunächst unterschätzt hatte. „Erst bei den Proben fiel uns auf, wie anspruchsvoll es wirklich ist.“
Über den zweiten Platz geärgert hat sich aber niemand. „Auf der Rückfahrt im Bus haben wir ordentlich gefeiert. Und nebenbei schon unsere Webseite aktualisiert.“
Ein weiterer Höhepunkt für den OVH war ein Auftritt in einem Konzert im Musikkonservatorium der Stadt Luxemburg. Dort präsentierte der Verein am Vorabend des Wettbewerbs sein Programm und konnte noch ein letztes Mal üben. „Eigentlich fing es da bereits an. Da haben wir gemerkt, dass es richtig gut für uns läuft.“
Und wie geht es nach einem solchen Höhepunkt weiter? „Mit Vollgas“, sagt Mudlaff und lacht. Denn bereits im Juli spielt der OVH beim Promenadenkonzert in Innsbruck und will dort wieder eine gute Leistung abliefern. Und dafür wird schon jetzt jede Menge geübt.
Westdeutsche Zeitung, Ausgabe vom 14.05.2013
Kölner Stadt-Anzeiger, Ausgabe Rhein-Wupper vom 14.05.2013
Musiker beeindrucken in Luxemburg
WETTBEWERB Der Orchesterverein Hilgen erringt den zweiten Platz – Jury lobt die Stückauswahl
Von Timm Gatter
Burscheid. Ein großes Kompliment für den Orchesterverein Hilgen 1912 (OVH): Am Sonntag, 12. Mai, errang das als eines der führenden Blasorchester Deutschlands geltende Ensemble den "Ersten Europäischen Preis mit großer Auszeichnung" beim internationalen Orchester-Wettbewerb der "Fédération nationale de musique du Luxembourg – Union Grand-Duc Adolphe (UGDA)" in Luxemburg. Unter der Leitung seines Chefdirigenten, Johannes Stert, war der OVH am Samstag mit 73 Musikern nach Luxemburg gereist – am Vorabend des Wettbewerbs konzertierte das Orchester bereits im Konservatorium der Stadt Luxemburg mit einem für diesen Abend leicht erweiterten Wettbewerbsprogramm.
Am Sonntagabend gab es großen Jubel bei der Bekanntgabe der Wettbewerbsergebnisse. Der Vorsitzende Martin Mudlaff: "Mit 96,5 von 100 möglichen Punkten errangen wir den zweiten Platz -denkbar knapp hinter dem niederländischen Spitzenorchester »Koninklijke Harmonie van Thorn« mit 96,83 Punkten." Der OVH präsentierte neben dem für alle teilnehmenden Orchester gesetzten Pflichtstück "Divertimento" von Oliver Waespi in seinem Wahlprogramm ausschließlich Werke seines Chefdirigenten Johannes Stert: Anlässlich der runden Geburtstage dreier weltbekannter Komponisten hatte er eigens für den Wettbewerb ein "Jubiläumskonzert" arrangiert. Mit den drei Sätzen aus "Wotans Abschied" (Richard Wagner), "Fuoco di Gioia" (Giuseppe Verdi) und "Storm" (Benjamin Britten) konnte das Orchester die ganzen Facetten und den Farbenreichtum der sinfonischen Bläsermusik aufzeigen. Die in der Blasorchesterszene mittlerweile schon bekannte Komposition von Johannes Ster "Bachseits" setzte den Schlusspunkt im 50-minütigen Vortrag.
Die Musiker freuten sich besonders darüber, dass sie für ihr Wahlprogramm mit 98 von 100 Punkten die höchste im Wettbewerb vergebene Punktzahl erhalten hatten. Mudlaff: "Das ist eine große Anerkennung für den eigenen Stil, den der OVH und Johannes Stert mit seiner Literaturauswahl verfolgen." Marc Meyers,
Direktor des Musikkonservatoriums Luxemburg und Mitglied der international besetzten Jury, sagte: "Glückwunsch zu Ihrer so gar nicht konservativen Stückauswahl." Er habe während des OVH-Vortrags "permanent Gänsehaut" verspürt. Man erkenne deutlich, welche Verbindung Orchester und Dirigent hätten.
Besonders beeindruckt zeigte sich der OVH von der Luxemburger Philharmonie. Das für seine Architektur weltweit bekannte Konzerthaus verfügt über eine ausgezeichnete Akustik – ein würdiger Rahmen für den hochkarätig besetzten Wettbewerb und auch ein Beleg dafür, welchen Stellenwert die sinfonische Blasmusik in den Benelux-Ländern genießt.
In Burscheid ist der OVH wieder bei seinem traditionellen Serenadenkonzert am Samstag, 13. Juli, 19.30 Uhr, in der Kirchenkurve zu hören.
www.ovhilgen.de
Ergebnisse:
1. Platz: Koninklijke Harmonie van Thorn, Niederlande (96,83 Punkte).
2. Platz: Orchesterverein Hilgen , Deutschland (96,5)
3. Platz: Nantes Philharmonie, Frankreich (92,38)
4. Platz: Koninklijk Harmonieorkest Torhout, Belgien (91,13)