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2004 - Neujahrskonzert
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Sie sind schon eine Klasse für sich

Ein a cappella singendes Blasorchester war die Überraschung beim Neujahrskonzert des Orchestervereins Hilgen 1912 in der Festhalle Opladen.

Von Hajo Schroeder

"Auf in den Kampf" heißt die zündende Marschmelodie aus Bizets Oper "Carmen", die das 60-köpfige Bläserensemble gekonnt schmetterte und der das Publikum im vollen Saal viel Beifall zollte. Auf in den Kampf! heißt es aber auch für die zwölf bis 75 Jahre alten Musikanten, wenn sie im Mai beim fünften Deutschen Orchesterwettbewerb den Titel des besten Sinfonischen Blasorchesters zum zweiten Mal nach acht Jahren zu verteidigen haben.

Zum Auftakt konzertierte allerdings eine Kapelle, deren Ehrgeiz anders gewichtet ist: Das Jugendblasorchester der Musikschule Burscheid, einem Verein der überwiegend privaten Förderung, machte mit der sauberen Wiedergabe der Suite aus Händels Feuerwerkmusik deutlich, dass eine Vielzahl seiner Mitglieder das Zeug haben, den OVH dereinst zu verstärken. Sabine Heinrich-Knab, Kultur- und Eventmanagerin aus Köln, die das Programm humorvoll, knackig und mit informativen Schlenkern moderierte, überreichte gerne Blumen, nicht nur an Thomas Sieger, dem Dirigenten der jungen Musiker, für feine Leistung, sondern auch an den einzigen Solisten des Abends.

Im einzigen Originalstück für Bläser, der Charakterstudie "Sancho Pansa" von Siegfried Bethmann, zeichnete Rainer Schottstädt, Solofagottist des Gürzenich-Orchesters Köln, auf seinem Spielgerät virtuos burlesk die Eskapaden des Don-Quichote-Dieners nach. Ansonsten gehörte das Programmfeld dem Orchesterverein Hilgen. Der Wettstreit richtet sich zwar an Laienorchester, doch ist in fortgeschrittenem Stadium die Luft so dünn, dass nur professionelle Ansprüche weiter führen.

Gewährleistung dafür bietet eine schlagkräftig qualifizierte Dirigentin: Seit Januar 2003 hat die umsichtige Silke Löhr aus Köln das Ensemble fest im Griff. Der programmatische Anspruch des "Neujahrskonzerts" war niedriger angesetzt. Es wollte einfach im Stil solcher Ereignisse unterhalten. Bis auf "Sancho Pansa" erklangen nur Bearbeitungen, Appetithappen aus Oper und Konzert. Der Walzer "An der schönen blauen Donau" und die Polkas von Johann Strauß (Sohn) waren eine Verbeugung vor den Wienern Philharmonikers und dem von ihnen kreierten Prototyp zünftiger Neujahrsmusik.

Man kennt das Prozedere: Auf den Abgalopp "Donner und Blitz", den artistisch schnaubenden Basstuben und durch Gegentakt verzögerten Donnerschlägen, die eine aufmerksame Schlagwerkerin präzis aufs Fell der großen Trommel setzte, war der Weg frei für die fetzigste aller Neujahrszugaben, dem Radetzki-Marsch, der die Zuhörer mitriss.

Das erste Stimmungshoch im Saal war indes schon früher erreicht: Überraschend hatten die Musiker ihre Instrumente abgelegt und sich zum mehrstimmig gemischten Chor formiert. Den Song vom "kleinen grünen Kaktus" trugen sie mit dem Witz der legendären Comedian Harmonists vor - "dibbedibbedie" eben.

(Kölner Stadt-Anzeiger, 14.01.2004)


Orchesterverein Hilgen gab Neujahrskonzert

Der Orchesterverein Hilgen gab beim schwungvollen Neujahrskonzert auch ein so überraschendes wie überzeugendes Intermezzo als Chor.

Von Marie-Luise Mettlach

Leverkusen. Strahlend ins neue Jahr: Mit drei Sätzen aus der Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel eröffnete das Jugendblasorchester der Musikschule Burscheid unter der Leitung von Thomas Sieger vielverprechend das Neujahrskonzert des Orchestervereins Hilgen in der festlich geschmückten, voll besetzten Festhalle in Opladen. Mit einem bunten Reigen neujahrskonzerttypischer Musikstücke setzte der OVH, seit einem Jahr unter der Leitung von Silke Löhr, das spritzige Konzert fort.
Silke Löhr versteht es, Spannung aufzubauen: Ihr Dirigat ist exakt und animierend. Bei der Ouvertüre zu Verdis Oper "Die Macht des Schicksals" öffnete sich nach jeder Generalpause eine neue musikalische Welt. Die Geschichte von Don Quichotte hat schon mehrere Komponisten gereizt. Siegfried Bethmann widmet sich dem Knappen des "Ritters von der traurigen Gestalt", Sancho Pansa, mit einem reizvollen Kabinettstück für Solo-Fagott und Blasorchester. Rainer Schottstädt, Solofagottist des Gürzenisch-Orchesters Köln, ließ in seinem Spiel alle Facetten des burlesken, kecken und weichherzigen Charakters Sancho Pansa aufleuchten mit virtuosen Läufen, Trillern und einem hinreißend weichen Tonansatz. Das spanische Hintergrund-Kolorit lieferte der OVH.

Spanisch ging es für das Orchester weiter mit dem schmissig gespielten Marsch aus Bizets Oper "Carmen", gefolgt von dem sinfonischen Intermezzo aus der Oper "Cavalleria rusticana" von Pietro Mascagni homogen im Klang und im Aufund Abschwellen der Meodien besonders einprägsam gestaltet. Mit dem Stundentanz aus "La Gioconda" von Ponchielli endete der erste, vornehmlich der Oper gewidmete Teil des Konzertes temperamentvoll.

Nach der Pause, gestärkt durch von Orchestermitglied und Bäckermeister Lothar Kretzer gestiftete Quarkbällchen, konnte sich das Publikum an weiteren musikalischen Leckerbissen erfreuen. Auf den Walzer "An der schönen blauen Donau" von Johann Strauß folgte in einem Arrangement für Blasorchster der Slawische Tanz Nr. 3 von Antonin Dvorak.

Der Rest des Programms war Johann Strauß gewidmet, beginnend mit der "Tritsch-TratschPolka", in der das Orchester durch schwungvolle Brillanz bis in die höchsten Höhen begeisterte. Im folgenden "Perpetuum mobile" zeigte sich, wie leise ein Blasorchester unter kundiger Hand zu spielen vermag: Beginn und Ende dieser "Vision unendlichen Tanzes" (so Moderatorin Sabine Heinrichs-Knab, die durch das Programm führte)stiegen aus kaum hörbarem Pianissimo auf und versanken wieder darin.

Unerwartet und nicht im Programm ausgedruckt dann eine Überraschung: Deutschlands preisgekröntes Blasorchester spielt nicht nur am besten die Mitglieder des OVH können auch singen! Und Silke Löhr erwies sich auch als motivierende Chorleiterin. Locker, leicht und witzig sangen die Musiker "Mein kleiner grüner Kaktus" und ernteten damit begeisterten Beifall.

Dann aber kehrten sie wieder in die ursprüngliche Formation zurück, in den flotten "Vergnügungszug" von Strauß mit seine Synkopen-Akzenten und erheiternden Zugpfeifen und schließlich in die Polka "Unter Donner und Blitz", mit der das Konzert schwungvoll schloss mit dem "Radetzky-Marsch" und einer Wiederholung des Intermezzos aus "Cavalleria rusticana" als Zugabe. Beim Hinausgehen sah man nur frlhliche Gsichter: Ein gutes Omen für das neue Jahr.

(Westdeutsche Zeitung, 13.01.2004)



 
 

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