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2010 - Herr der Ringe
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Im Stahlgarten der Fantasie
Mit der Kombination von Blasmusik und Industrieambiente ist dem OVH ein faszinierender Abend gelungen.

Senfpralinen überraschen uns, weil sie Vertrautes auf verblüffende Weise kombinieren. Das sind ja die beglückenden Momente des Lebens, wenn das Alltagsgrau durch einen anderen Blickwinkel in neuen Farben leuchtet. Werkleiter Heiko Glathe mochte es zunächst gar nicht glauben, dass ausgerechnet „die rustikalen Bedingungen“ seiner Gießerei als Kulisse für einen Konzertabend mit dem Orchesterverein Hilgen (OVH) geeignet sein könnten. Er ist eines Besseren belehrt worden.

Natürlich hat das viel mit der verklärten Industrieromantik der Ahnungslosen zu tun, die hier nicht täglich im Schweiße ihres Angesichts ihr Geld verdienen müssen. Aber auch wer sonst an 1500Grad heißen Öfen dazu beiträgt, dass die Ringe von Federal Mogul Weltruf genießen, musste ins Staunen geraten, welche theatralische Kraft wechselndes Scheinwerferlicht seinem Arbeitsumfeld verleihen kann.

Einer der versiertesten Türöffner für das Kino im Kopf ist die Musik – und der OVH hat die Klinke fest in der Hand. „Der Herr der Ringe“ soll es sein, was sonst an diesem Ort? Nicht die Filmmusik indes, sondern das in den 80er Jahren entstandene Erstlingswerk des Niederländers Johan de Meij.

Gerade noch hatte der OVH-Vorsitzende Martin Mudlaff gespielt verzweifelt von den vielen Auflagen und ehrlich erstaunt von der Bereitschaft des Unternehmens berichtet, für das Konzert zwei Schichten vor- und nacharbeiten zu lassen. Und schon weht hier mit den ersten Takten ein anderer Wind, den Gandalf, der Zauberer, vor sich hertreibt.

Des Dirigenten erkennbare Liebe zu den Hobbits

Das rote Blinken da hinten in der endlosen Weite der Halle: schnöde Maschinensignale oder Gollums rastlos-lauernder Augenschein? Während draußen vor den Toren die Dämmerung einbricht, nimmt uns der OVH mit auf eine musikalische Wanderung im Dunkeln, hinein in dieses Gewirr aus Trägern, Regalen und Rohren, in diesen Stahlgarten der Fantasie. Und als schließlich die kleinwüchsigen Hobbits die Szenerie betreten, ist der charmante Dirigent Scott Lawton so in seinem Element, dass ihn nur seine stattliche Körpergröße von der völligen Identifikation trennt.

„Sie haben ein wirklich virtuoses Orchester hier in Burscheid“, versichert der Amerikaner nach der Pause dem faszinierten Publikum. Und das schenkt ihm bereitwillig Glauben. Auch als Lawton die „kurze Fahrt in einer schnellen Maschine“ (Short ride in a fast machine) von John Adams zum heimlichen und schwer zu spielenden Hauptwerk des Abends erklärt. Als wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, bahnt sich der OVH im Anschluss beeindruckend akzentuiert seinen Weg durch die getriebene und komplexe Rhythmik des Stücks.

Dass Lawton in der Zugabe, dem „Lied des Eisenschmieds“, noch wirkungsvoll ein Stück Eisen mit dem Hammer bearbeitet, sollte man nicht unter dem Gesichtspunkt der Produktivität betrachten. Allein die Geste zählt. Am Ende jedenfalls steht seine Hoffnung: dass es eine Fortsetzung geben möge dieser Zusammenarbeit eines „extrem wichtigen Arbeitsortes“ und einer „extremen kulturellen Instanz“. Es ist nicht seine Hoffnung allein.


Ekkehard Rüger für die Westdeutsche Zeitung vom 26.04.2010

 

Ein Kunstgenuss der Extraklasse

Der amerikanische Dirigent Scott Lawton dirigierte den Orchesterverein Hilgen in der Gießerei von Federal Mogul - ein Kunstgenuss, zu dem 400 Besucher gekommen waren.

giesserei_klBURSCHEID - „Als mich im Dezember eine E-Mail des Orchestervereins Hilgen für ein Dirigat erreichte, wusste ich nicht so recht.“ Der witzige und völlig unprätentiöse Star des OVH-Konzertes in der Gießerei des Kolbenringherstellers Federal-Mogul (FM), der amerikanische Dirigent Scott Lawton, bat vor einer möglichen Zusage seine Babelsberger Berufsmusiker um Auskunft. „Der OVH, das sind die Guten“, erklärten sie ihrem Chef.
Und so war es auch. Die intensive Arbeit mit OVH führte zum einem Premieren-Kunstgenuss der Extraklasse - 400 Besucher zollten frenetisch Beifall. Das Konzert „Herr der Ringe“ wird in die Annalen des Vereins eingehen. Die Symbiose zwischen dem Dirigenten und einem der führenden sinfonischen Blasorchester war mehr als geglückt. Großen Anteil am Erfolg hat das Werk. Federal-Mogul hatte dem vom OVH-Vorsitzenden Martin Mudlaff geäußerten Wunsch für den Aufführungsort nach kurzer Überlegung zugestimmt - „Herr der Ringe“ war passgenau. Dafür mussten Werkleiter Heiko Glathe und seine Mitarbeiter in der Maschinenhalle mit den 1500 Grad heißen Gießereiöfen allerhand Opfer bringen - zwei Schichten wurden vor- und nachgearbeitet. Festlich vom OVH illuminiert und mit 400 Stühlen vom städtischen Bauhof ausgestattet, präsentierte sich die Gießerei auch für Geschäftsführer Michael Hedderich im völlig ungewohnten Ambiente. Beim Konzert selbst trieb Lawton das Orchester akkurat durch die fünf Sätze „Gandalf, Lothlorien, Gollum, Wanderung und Hobbits“ der Sinfonie Nr. 1 „Herr der Ringe“ des in den 80er Jahren entstandenen Erstlingswerk von Johan de Meij. Nach der Pause dann ein großes Kompliment: „Sie haben hier in Burscheid ein wirklich virtuoses Orchester.“ Im zweiten Teil überzeugte der OVH nach Ernst Tochs „Spiel für Blasorchester“ mit John Adams „Short Ride in a Fast Machine“. Lawton erklärt das schwer zu spielende Stück zum „Hauptwerk des Abends“. Da sind die Musiker mit Präzision und Virtuosität fast schon in einen Spielrausch. Die Zugabe, das „Lied vom Eisengießer“, dirigiert Lawton im von Gathe überreichten silbrigen Gießerei-Schutzmantel, schlägt Synkopen mit einem Hammer auf ein Stück Eisen.

 

Von Timm Gatter, Kölner Stadtanzeiger vom 27.04.10

 

Gieserei als Konzertsaal

Orchesterverein Hilgen führte "Herr der Ringe" an einem ungewöhnlichen Ort auf

giesserei2_klEs gehörte zu einem der herausragenden Konzertereignisse, die jemals in Burscheid veranstaltet wurden. Der Orchesterverein Hilgen, eines der führenden sinfonischen Blasorchester Deutschlands, präsentierte in der Gießerei von Federal Mogul „Herr der Ringe" und sorgte damit für ein, sowohl akustisch als auch visuell, außergewöhnliches Konzerterlebnis. Die rund 400 Zuschauer tauchten ein in die mystische Welt von  Zauberern, Gollums und Hobbits, die Stahllandschaft um sie herum heizte dabei die Fantasie noch an. Die Ofenbühne des Werks II wurde zur Konzertbühne. Maschinen, Rohre, Träger, Öfen sorgten für die passende  Kulisse eines Industriekonzerts. Die Kombination aus der derben, nüchternen Werkshalle und dem  märchenhaften Musikthema zauberte eine unvergleichbare Konzertatmosphäre. Mit Hilfe von  Scheinwerfern rückten die normalen Produktionsprozesse an 150 Grad heißen Öfen in ein anderes, beinahe romantisches Licht. Sowohl die Musik als auch die Fabrikhalle partizipierten voneinander und ergänzten  sich gegenseitig. Mit Charme und Humor führte Dirigent Scott Lawton durch das Programm. „Wer hätte  gedacht, dass es in Burscheid eine Bühne für das gesamte OVH-Orchester gibt", freute sich der Vorsitzender  Martin Mudlaff und stellte den „wahren Herrn der Ringe", Geschäftsführer Michael Hedderich, vor. Bei einer Werksbegehung habe man sich für die Gießerei als optimalen „Veranstaltungssaal" entschieden. Weitere  Kooperationen seien denkbar.

 

Von Sabine Schnura, Lokale Informationen Burscheid, 5. Mai 10



 
 

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