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Westdeutsche Zeitung, Ausgabe vom 24.01.2016, Von Jennifer Preuß

Musikalische Erinnerungen leben auf

Altenzentrum und OVH starten eine Konzertreihe, bei denen es nicht nur ums Zuhören geht. Auch zum Mitmachen werden die Senioren motiviert.

Die OVH-Musiker musizieren im Aufenthaltsraum des Evangelischen Altenheims. Die Bewohner zeigen großes Interesse. Foto: Doro Siewert

Burscheid. Senioren sind nicht so leicht zu beeindrucken. Mitgeklatscht wird nur, wenn es auch wirklich gefällt. Ein hartes Stück Arbeit wartet auf Annette Willuweit und die Klarinettisten vom Orchesterverein Hilgen, Wolfgang Neu, Guido Simon, Stefan Heider und Martin Mudlaff, bei ihrem Auftritt im Altenzentrum.

Der Saal ist voll, die Erwartungen sind hoch. Nicht nur Bewohner des Altenzentrums haben sich versammelt. Nachbarn und Angehörige sind auch gekommen. Qualitätsbeauftragte Christa Glaubitz schaut in die Runde. „Die Planungen für die Konzerte liefen seit einem Jahr. Wir freuen uns, dass es heute endlich losgehen kann“, sagt sie. „Die Burscheid-Stiftung ermöglicht es uns immer wieder, wunderbare Sachen zu machen.“

Mittlerweile ist der Platz vollends ausgenutzt. Mehr Stühle passen nicht hinein. „Ich habe gehört, das Lied ,Kein schöner Land’ können Sie im Schlaf singen“, ergreift Annette Willuweit das Wort. „Wir wollen Erinnerungen wecken, die in Ihrem Herzen schlummern.“

Oft blickt die Moderatorin bei derartigen musikalischen Projekten in kindliche Gesichter. Sie hat sonst ein junges Publikum vor sich, das beschäftigt werden will. Aber auch an diesem Nachmittag soll es nicht nur was für die Ohren geben. „Am Brunnen vor dem Tore“ können die Senioren auch ohne Zettel mitsingen. Was in der Kindheit gelernt wurde, ist noch so frisch im Gedächtnis, als wäre es gestern gewesen. „Oh schön“, lautet ein Zuruf aus dem Publikum nach dem Berceuse aus „Four by four“ von Ronald Hanmer und „Eine kleine Nachtmusik“ von Wolfgang Amadeus Mozart.

Die Musik macht die Bewohner neugierig

Immer wieder bleiben Besucher und Bewohner vor der Glastür des großen Saals stehen. Sie schauen durch das Fenster, um zu sehen, wo denn die feine Musik herkommt. Die Klarinettisten verstehen ihr Handwerk, auch wenn das Notenblatt im Eifer des Gefechts schon mal verrutscht.

Annette Willuweit lächelt ihre Zuschauer an. Nun gilt es. Zum Sitztanz will sie sie motivieren. Erst machen die Zuschauer bei der Probe zögerlich mit, sie klatschen und winken. Besser läuft es, als die Musik ertönt. Leises Gekicher ist zu hören. Es ist im Saal warm geworden. Ein Bewohner kauft sich ein Wassereis und zeigt es mit einem Strahlen der Pflegerin. Er freut sich über die Musik. Genau wie Efi Störmann, eine Nachbarin des Altenzentrums. „Es ist sehr schön. Die Leute hören zu und machen kein Radau“, sagt sie. „Das Altenzentrum bietet den Bewohnern wirklich viel an.“ In der Pause wird Wasser ausgeschenkt, um den Stimmbändern einen Gefallen zu tun. Gerda Beyer nimmt einen kräftigen Schluck. „Bis jetzt gefällt es mir gut. Aber ich dachte, wir singen mehr. Vielleicht kommt das ja noch.“

Christa Paas schwelgt in Erinnerungen. „Mein Vater konnte sehr gut singen. Er war Tenor“, erzählt sie. Klar, dass sie an der gemeinsamen Singstunde teilnimmt.

Als die Pause endet, reicht Annette Willuweit einigen Zuschauern ein mit Sand gefülltes Plastikei. Zum Schütteln, was allerdings planlos und jenseits des Taktes geschieht. Vor allem beim gelungenen Vorspiel der „West Side Story“ von Leonard Bernstein stört das Geschüttel den Musikgenuss. „Einige sind eingenickt. Sie mussten beschäftigt werden“, mutmaßt Efi Störmann am Ende des Konzertes. Ihr hat es jedenfalls gefallen. Sie würde wiederkommen.

Dieses Urteil hört Annette Willuweit nun öfter. Mit ihrem charmanten Lächeln hat sie die Gunst der Zuschauer gewonnen. „Es hat total viel Spaß gemacht“, sagt die Moderatorin erleichtert. „Ich habe in viele fröhliche Gesichter gesehen. Die Heimbewohner musizieren sehr gerne.“

Auf eine gelungene Premiere der Konzerte „Kein schöner Land“ blickt auch OVH-Vorsitzender Martin Mudlaff zurück. „Ich hatte erst überlegt, wie viele Leute wohl kommen würden. Und wie das besondere Publikum wohl reagieren wird. Ein so engagiertes Publikum habe ich nicht erwartet.“



 
 

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